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|---|---|---|---|---|---|---|
7207-8-6 | Gutenberg | 9,964 | Die
geistige Ueberlegenheit, welche früher trennte und verfeindete, pflegt
jetzt zu binden: wie könnten die Einzelnen sich selbst behaupten
und auf eigener Bahn, allen Strömungen entgegen, durch das Leben
schwimmen, wenn sie nicht ihres Gleichen hier und dort unter gleichen
Bedingungen leben sähen und deren Hand ergrif... | 2,621 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_400 | 390 |
7207-8-6 | Gutenberg | 9,964 | Er darf,
wie Aristoteles, zwischen "Langweiligen" und "Geistreichen" keinen
Unterschied machen, sein Dämon führt ihn durch die Wüste ebenso wie
durch tropische Vegetation, damit er überall nur an dem Wirklichen,
Haltbaren, Aechten seine Freude habe. - Daraus ergiebt sich, bei
unbedeutenden Gelehrten, eine Missachtung u... | 2,498 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_401 | 370 |
7207-8-6 | Gutenberg | 9,964 | Aber darin liegt der Werth, der
gewöhnlich verkannt wird, - dass diese Lehrer die abstracte Sprache
der höhern Cultur reden, schwerfällig und schwer zum Verstehen,
wie sie ist, aber eine hohe Gymnastik des Kopfes; dass Begriffe,
Kunstausdrücke, Methoden, Anspielungen in ihrer Sprache fortwährend
vorkommen, welche die j... | 2,327 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_402 | 330 |
7207-8-6 | Gutenberg | 9,964 | - Wir finden in ein einzelnes
Menschenleben, welches durch mehrere Culturen geht, den Kampf
zusammengedrängt, welcher sich sonst zwischen zwei Generationen,
zwischen Vater und Sohn, abspielt: die Nähe der Verwandtschaft
verschärft diesen Kampf, weil jede Partei schonungslos das ihr so gut
bekannte Innere der anderen Pa... | 2,546 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_403 | 381 |
7207-8-6 | Gutenberg | 9,964 | - Die Stärke und Schwäche
der geistigen Productivität hängt lange nicht so an der angeerbten
Begabung, als an dem mitgegebenen Maasse von Spannkraft. Die meisten
jungen Gebildeten von dreissig Jahren gehen um diese Frühsonnenwende
ihres Lebens zurück und sind für neue geistige Wendungen von da an
unlustig. Desshalb ist... | 2,560 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_404 | 372 |
7207-8-6 | Gutenberg | 9,964 | - Wer gegenwärtig seine
Entwickelung noch aus religiösen Empfindungen heraus anhebt und
vielleicht längere Zeit nachher in Metaphysik und Kunst weiterlebt,
der hat sich allerdings ein gutes Stück zurückbegeben und beginnt
sein Wettrennen mit anderen modernen Menschen unter ungünstigen
Voraussetzungen: er verliert schei... | 2,537 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_405 | 355 |
7207-8-6 | Gutenberg | 9,964 | Gemäss dieser Einsicht bildet er sich zurück, indem er viele
dieser Meinungen aufgiebt und sich gewissen Anforderungen der Cultur
entzieht; damit gewinnt er ein Gefühl der Freiheit und der Kräftigung;
und allmählich, wenn die Gewohnheit ihm seine Lebensweise erträglich
macht, hat er in der That seltnere und schwächere ... | 2,523 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_406 | 375 |
7207-8-6 | Gutenberg | 9,964 | - Der Anblick der Umgebungen unserer Kindheit
erschüttert uns: das Gartenhaus, die Kirche mit den Gräbern, der Teich
und der Wald, - diess sehen wir immer als Leidende wieder. Mitleid
mit uns selbst ergreift uns, denn was haben wir seitdem Alles
durchgelitten! Und hier steht jegliches noch so still, so ewig da:
nur wir... | 2,455 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_407 | 377 |
7207-8-6 | Gutenberg | 9,964 | Jeder also, der sein Leben idealisiren will, muss es
nicht zu genau sehen wollen und seinen Blick immer in eine gewisse
Entfernung zurückbannen. Dieses Kunststück verstand zum Beispiel
Goethe. 280. Erschwerung als Erleichterung und umgekehrt. - Vieles, was auf
gewissen Stufen des Menschen Erschwerung des Lebens ist, di... | 2,188 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_408 | 338 |
7207-8-6 | Gutenberg | 9,964 | Selbständige und vorsichtige Haltung
der Erkenntniss schätzt man beinahe als eine Art Verrücktheit ab, der
Freigeist ist in Verruf gebracht, namentlich durch Gelehrte, welche an
seiner Kunst, die Dinge zu betrachten, ihre Gründlichkeit und ihren
Ameisenfleiss vermissen und ihn gern in einen einzelnen Winkel der
Wissens... | 2,346 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_409 | 367 |
7207-8-6 | Gutenberg | 9,964 | - Nach dem Westen zu wird die moderne Bewegtheit
immer grösser, so dass den Amerikanern die Bewohner Europa's
insgesammt sich als ruheliebende und geniessende Wesen darstellen,
während diese doch selbst wie Bienen und Wespen durcheinander fliegen. Diese Bewegtheit wird so gross, dass die höhere Cultur ihre Früchte
nich... | 2,357 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_410 | 372 |
7207-8-6 | Gutenberg | 9,964 | - Wer ernstlich frei werden will, wird dabei ohne allen
Zwang die Neigung zu Fehlern und Lastern mit verlieren; auch Aerger
und Verdruss werden ihn immer seltener anfallen. Sein Wille nämlich
will Nichts angelegentlicher, als Erkennen und das Mittel dazu, das
heisst: den andauernden Zustand, in dem er am tüchtigsten zu... | 2,489 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_411 | 398 |
7207-8-6 | Gutenberg | 9,964 | - Es giebt in seiner Lebens- und Denkweise einen verfeinerten
Heroismus, welcher es verschmäht, sich der grossen Massen-Verehrung,
wie sein gröberer Bruder es thut, anzubieten und still durch die
Welt und aus der Welt zu gehen pflegt. Was für Labyrinthe er auch
durchwandert, unter welchen Felsen sich auch sein Strom ze... | 2,427 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_412 | 379 |
7207-8-6 | Gutenberg | 9,964 | Dieses Ziel ist, selber
eine nothwendige Kette von Cultur-Ringen zu werden und von dieser
Nothwendigkeit aus auf die Nothwendigkeit im Gange der allgemeinen
Cultur zu schliessen. Wenn dein Blick stark genug geworden ist, den
Grund in dem dunklen Brunnen deines Wesens und deiner Erkenntnisse
zu sehen, so werden dir viel... | 2,474 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_413 | 395 |
7207-8-6 | Gutenberg | 9,964 | Desshalb hassen reizbare
und stolze Kranke die Rathgeber noch mehr als ihre Krankheit. 300. Doppelte Art der Gleichheit. - Die Sucht nach Gleichheit kann sich so
äussern, dass man entweder alle Anderen zu sich hinunterziehen möchte
(durch Verkleinern, Secretiren, Beinstellen) oder sich mit Allen
hinauf (durch Anerkenne... | 2,552 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_414 | 383 |
7207-8-6 | Gutenberg | 9,964 | - Ob der Mensch seine schlechten Eigenschaften
und Laster verbirgt oder mit Offenheit sie eingesteht, so wünscht doch
in beiden Fällen seine Eitelkeit einen Vortheil dabei zu haben: man
beachte nur, wie fein er unterscheidet, vor wem er jene Eigenschaften
verbirgt, vor wem er ehrlich und offenherzig wird. 314. Rücksich... | 2,542 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_415 | 380 |
7207-8-6 | Gutenberg | 9,964 | - Die für beide Parteien unangenehmste Art, eine Polemik zu
erwidern, ist, sich ärgern und schweigen: denn der Angreifende erklärt
sich das Schweigen gewöhnlich als Zeichen der Verachtung. 327. Das Geheimniss des Freundes. - Es wird Wenige geben, welche, wenn
sie um Stoff zur Unterhaltung verlegen sind, nicht die gehei... | 2,633 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_416 | 398 |
7207-8-7 | Gutenberg | 9,976 | Freilich kann Einer auf diese Weise immer Unrecht
haben und immer Recht behalten und zuletzt mit dem besten Gewissen
von der Welt der unerträglichste Tyrann und Quälgeist werden; und was
vom Einzelnen gilt, kann auch bei ganzen Classen der Gesellschaft
vorkommen. 341. Zuwenig geehrt. - Sehr eingebildete Personen, denen... | 2,582 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_417 | 398 |
7207-8-7 | Gutenberg | 9,976 | Wider Willen unhöflich. - Wenn jemand wider Willen einen Andern
unhöflich behandelt, zum Beispiel nicht grüsst, weil er ihn nicht
erkennt, so wurmt ihn diess, obwohl er nicht seiner Gesinnung einen
Vorwurf machen kann; ihn kränkt die schlechte Meinung, welche er bei
dem Andern erzeugt hat, oder er fürchtet die Folgen e... | 2,550 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_418 | 389 |
7207-8-7 | Gutenberg | 9,976 | Selbst gute Freunde lassen ihre Verstimmung mitunter in einem
missgünstigen Worte aus; und würden sie unsere Freunde sein, wenn sie
uns genau kennten? - Die Urtheile der Gleichgültigen thun sehr weh,
weil sie so unbefangen, fast sachlich klingen. Merken wir aber gar,
dass Jemand, der uns feind ist, uns in einem geheim ... | 2,498 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_419 | 387 |
7207-8-7 | Gutenberg | 9,976 | - Es giebt Menschen,
welche, wenn sie in Zorn gerathen und die Anderen beleidigen, dabei
erstens verlangen, dass man ihnen Nichts übel nehme und zweitens,
dass man mit ihnen Mitleid habe, weil sie so heftigen Paroxysmen
unterworfen sind. So weit geht die menschliche Anmaassung. 359. Köder. - "Jeder Mensch hat seinen Pr... | 2,441 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_420 | 390 |
7207-8-7 | Gutenberg | 9,976 | Denn Der, vor dem das
Schauspiel aufgeführt wird, meint selber dabei das einzig in Betracht
kommende Schauspiel zu sein. 365. Duell. - Zu Gunsten aller Ehrenhändel und Duelle ist zu sagen, dass,
wenn Einer ein so reizbares Gefühl hat, nicht leben zu wollen, wenn
Der und Der das und das über ihn sagt oder denkt, er ein ... | 2,468 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_421 | 395 |
7207-8-7 | Gutenberg | 9,976 | Der
Eine ist in einem fortwährenden Aufsteigen und findet für jede Phase
seiner Entwickelung einen genau zugehörigen Freund. Die Reihe von
Freunden, welche er auf diese Weise erwirbt, ist unter sich selten im
Zusammenhang, mitunter in Misshelligkeit und Widerspruch: ganz dem
entsprechend, dass die späteren Phasen in se... | 2,511 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_422 | 373 |
7207-8-7 | Gutenberg | 9,976 | - Warum ist Neigung und Abneigung so
ansteckend, dass man kaum in der Nähe einer stark empfindenden Person
leben kann, ohne wie ein Gefäss mit ihrem Für und Wider angefüllt zu
werden? Erstens ist die völlige Enthaltung des Urtheils sehr schwer,
mitunter für unsere Eitelkeit geradezu unerträglich; sie trägt da
gleiche F... | 2,323 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_423 | 347 |
7207-8-7 | Gutenberg | 9,976 | - Vor Nichts soll man sich so hüten, als vor dem
Aufwachsen jenes Unkrautes, welches Anmaassung heisst und uns jede
gute Ernte verdirbt; denn es giebt Anmaassung in der Herzlichkeit,
in der Ehrenbezeigung, in der wohlwollenden Vertraulichkeit, in der
Liebkosung, im freundschaftlichen Rathe, im Eingestehen von Fehlern,
... | 2,413 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_424 | 364 |
7207-8-7 | Gutenberg | 9,976 | Desshalb wird der Mensch im Verkehr mit Mehreren gezwungen, sich auf
sich zurückzuziehen, die Thatsachen hinzustellen, wie sie sind, aber
jenen spielenden Aether der Humanität den Gegenständen zu nehmen,
welcher ein Gespräch zu den angenehmsten Dingen der Welt macht. Man
höre nur den Ton, in welchem Männer im Verkehr m... | 2,525 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_425 | 384 |
7207-8-7 | Gutenberg | 9,976 | Nach alledem wirst du dir sagen:
wie unsicher ist der Boden, auf dem alle unsere Bündnisse und
Freundschaften ruhen, wie nahe sind kalte Regengüsse oder böse Wetter,
wie vereinsamt ist jeder Mensch! Sieht Einer diess ein und noch dazu,
dass alle Meinungen und deren Art und Stärke bei seinen Mitmenschen
ebenso nothwendi... | 2,520 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_426 | 397 |
7207-8-7 | Gutenberg | 9,976 | - Jedermann trägt ein Bild des Weibes von der
Mutter her in sich: davon wird er bestimmt, die Weiber überhaupt zu
verehren oder sie geringzuschätzen oder gegen sie im Allgemeinen
gleichgültig zu sein. 381. Die Natur corrigiren. - Wenn man keinen guten Vater hat, so soll man
sich einen anschaffen. 382. Väter und Söhne. ... | 2,443 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_427 | 382 |
7207-8-7 | Gutenberg | 9,976 | - Kinder aus bescheidenen Familien muss man eben
so sehr das Befehlen durch Erziehung lehren, wie andere Kinder das
Gehorchen. 396. Verliebt werden wollen. - Verlobte, welche die Convenienz
zusammengefügt hat, bemühen sich häufig, verliebt zu werden, um über
den Vorwurf der kalten, berechnenden Nützlichkeit hinwegzukom... | 2,462 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_428 | 386 |
7207-8-7 | Gutenberg | 9,976 | - Man soll sich beim Eingehen einer Ehe
die Frage vorlegen: glaubst du, dich mit dieser Frau bis in's Alter
hinein gut zu unterhalten? Alles Andere in der Ehe ist transitorisch,
aber die meiste Zeit des Verkehrs gehört dem Gespräche an. 407. Mädchenträume. - Unerfahrene Mädchen schmeicheln sich mit der
Vorstellung, das... | 2,594 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_429 | 399 |
7207-8-7 | Gutenberg | 9,976 | Die Weiber wundern sich im Stillen oft über die
grosse Verehrung, welche die Männer ihrem Gemüthe zollen. Wenn die
Männer vor Allem nach einem tiefen, gemüthvollen Wesen, die Weiber
aber nach einem klugen, geistesgegenwärtigen und glänzenden Wesen bei
der Wahl ihres Ehegenossen suchen, so sieht man im Grunde deutlich,
... | 2,511 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_430 | 379 |
7207-8-7 | Gutenberg | 9,976 | Aber
durch die Jahrhundertelange Gewöhnung an diese übertriebene Schätzung
der Liebe ist es geschehen, dass sie in ihr eigenes Netz gelaufen sind
und jenen Ursprung vergessen haben. Sie selber sind jetzt noch mehr
die Getäuschten, als die Männer, und leiden desshalb auch mehr an der
Enttäuschung, welche fast nothwendig... | 2,496 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_431 | 381 |
7207-8-7 | Gutenberg | 9,976 | Ausnahmsweise kommt
es vor, dass die Eitelkeit jede der beiden Personen überredet, sie sei
die, welche geliebt werden müsse; so dass sich beide lieben lassen
wollen: woraus sich namentlich in der Ehe mancherlei halb drollige,
halb absurde Scenen ergeben. 419. Widersprüche in weiblichen Köpfen. - Weil die Weiber so viel... | 2,273 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_432 | 354 |
7207-8-7 | Gutenberg | 9,976 | - Es kommt vielleicht nicht selten vor, dass
edel- und hochstrebende Menschen ihren härtesten Kampf in der Kindheit
zu bestehen haben: etwa dadurch, dass sie ihre Gesinnung gegen einen
niedrig denkenden, dem Schein und der Lügnerei ergebenen Vater
durchsetzen müssen, oder fortwährend, wie Lord Byron, im Kampfe mit
eine... | 2,598 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_433 | 375 |
7207-8-7 | Gutenberg | 9,976 | Eine gute Gattin, welche Freundin, Gehülfin,
Gebärerin, Mutter, Familienhaupt, Verwalterin sein soll, ja vielleicht
abgesondert von dem Manne ihrem eigenen Geschäft und Amte vorzustehen
hat, kann nicht zugleich Concubine sein: es hiesse im Allgemeinen zu
viel von ihr verlangen. Somit könnte in Zukunft das Umgekehrte de... | 2,594 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_434 | 371 |
7207-8-7 | Gutenberg | 9,976 | - Alles Gewohnte zieht ein immer fester werdendes Netz
von Spinneweben um uns zusammen; und alsobald merken wir, dass die
Fäden zu Stricken geworden sind und dass wir selber als Spinne in der
Mitte sitzen, die sich hier gefangen hat und von ihrem eigenen Blute
zehren muss. Desshalb hasst der Freigeist alle Gewöhnungen ... | 2,480 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_435 | 384 |
7207-8-7 | Gutenberg | 9,976 | Die
Zeitgenossen pflegen ihren grossen Männern viel Fehlgriffe und
Narrheiten, ja Handlungen grober Ungerechtigkeit nachzusehen, wenn
sie nur Jemanden finden, den sie als eigentliches Opferthier zur
Erleichterung ihres Gemüthes misshandeln und schlachten dürfen. Nicht
selten findet eine Frau den Ehrgeiz in sich, sich z... | 2,627 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_436 | 397 |
7207-8-7 | Gutenberg | 9,976 | - So hoch Frauen ihre Männer ehren, so ehren sie
doch die von der Gesellschaft anerkannten Gewalten und Vorstellungen
noch mehr: sie sind seit Jahrtausenden gewohnt, vor allem Herrschenden
gebückt, die Hände auf die Brust gefaltet, einherzugehen und
missbilligen alle Auflehnung gegen die öffentliche Macht. Desshalb
hän... | 2,495 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_437 | 372 |
7207-8-7 | Gutenberg | 9,976 | Daran ist Nichts mehr zu ändern, ja es ist
überflüssig, auch nur einen Finger dagegen aufzuheben; denn auf
diesem Gebiete gilt, was Voltaire sagt: quand la populace se mêle de
raisonner, tout est perdu. Seitdem diess geschehen ist, muss man sich
den neuen Bedingungen fügen, wie man sich fügt, wenn ein Erdbeben die
alte... | 2,417 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_438 | 389 |
7207-8-7 | Gutenberg | 9,976 | - Nun,
bald darauf ist es wieder stille im Walde, so stille, dass man das
Schwirren, Summen und Flattern der zahllosen Insecten, welche in, über
und unter ihm leben, wieder deutlich vernimmt. -
439. Cultur und Kaste. - Eine höhere Cultur kann allein dort entstehen,
wo es zwei unterschiedene Kasten der Gesellschaft gi... | 2,624 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_439 | 397 |
7207-8-7 | Gutenberg | 9,976 | - Der grösste Nachtheil der jetzt so verherrlichten
Volksheere besteht in der Vergeudung von Menschen der höchsten
Civilisation; nur durch die Gunst aller Verhältnisse giebt es deren
überhaupt, - wie sparsam und ängstlich sollte man mit ihnen umgehen,
da es grosser Zeiträume bedarf, um die zufälligen Bedingungen
zur Er... | 2,167 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_440 | 324 |
7207-8-7 | Gutenberg | 9,976 | - Für Menschen, welche bei
jeder Sache den höheren Nutzen in's Auge fassen, giebt es bei dem
Socialismus, falls er wirklich die Erhebung der Jahrtausende lang
Gedrückten, Niedergehaltenen gegen ihre Unterdrücker ist, kein Problem
des Rechtes (mit der lächerlichen, weichlichen Frage: "wie weit soll
man seinen Forderunge... | 2,546 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_441 | 384 |
7207-8-7 | Gutenberg | 9,976 | Wer da weiss, dass
die meisten Menschen in Kleinigkeiten schwach sind, und seine eigenen
Zwecke durch sie erreichen will, ist immer ein gefährlicher Mensch. 448. Allzu lauter Ton bei Beschwerden. - Dadurch, dass ein Nothstand
(zum Beispiel die Gebrechen einer Verwaltung, Bestechlichkeit und
Gunstwillkür in politischen ... | 2,496 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_442 | 352 |
7207-8-8 | Gutenberg | 9,991 | - Wohl können edle (wenn auch
nicht gerade sehr einsichtsvolle) Vertreter der berrschenden Classe
sich geloben: "wir wollen die Menschen als gleich behandeln, ihnen
gleiche Rechte zugestehen"; insofern ist eine socialistische
Denkungsweise, welche auf Gerechtigkeit ruht, möglich, aber wie gesagt
nur innerhalb der herrs... | 2,802 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_443 | 394 |
7207-8-8 | Gutenberg | 9,991 | - Der eine
Staat will also die Verdunkelung von Millionen Köpfen eines anderen
Staates, um seinen Vortheil aus dieser Verdunkelung zu ziehen. Es ist
diess die selbe Gesinnung, welche die republicanische Regierungsform
des nachbarlichen Staates - le désordre organisé, wie Mérimee sagt -
aus dem alleinigen Grunde unterst... | 2,411 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_444 | 360 |
7207-8-8 | Gutenberg | 9,991 | - Dass wir mehr Werth auf Befriedigung der
Eitelkeit, als auf alles übrige Wohlbefinden (Sicherheit, Unterkommen,
Vergnügen aller Art) legen, zeigt sich in einem lächerlichen Grade
daran, dass jedermann (abgesehen von politischen Gründen) die
Aufhebung der Sclaverei wünscht und es auf's Aergste verabscheut,
Menschen in... | 2,595 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_445 | 372 |
7207-8-8 | Gutenberg | 9,991 | Das logischste ist dann jedenfalls das annehmbarste, weil
es das unparteilichste ist: zugegeben selbst, dass in jedem Falle
die kleinste Maasseinheit im Verhältniss von Vergehen und Strafe
willkürlich angesetzt ist. 460. Der grosse Mann der Masse. - Das Recept zu dem, was die Masse einen
grossen Mann nennt, ist leicht ... | 2,454 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_446 | 381 |
7207-8-8 | Gutenberg | 9,991 | - Es giebt politische und sociale
Phantasten, welche feurig und beredt zu einem Umsturz aller Ordnungen
auffordern, in dem Glauben, dass dann sofort das stolzeste Tempelhaus
schönen Menschenthums gleichsam von selbst sich erheben werde. In
diesen gefährlichen Träumen klingt noch der Aberglaube Rousseau's
nach, welcher ... | 2,854 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_447 | 397 |
7207-8-8 | Gutenberg | 9,991 | Der Wolf hinter dem Schafe versteckt. - Fast jeder Politiker hat unter
gewissen Umständen einmal einen ehrlichen Mann so nöthig, dass er,
gleich einem heisshungrigen Wolfe, in einen Schafstall bricht: nicht
aber um dann den geraubten Widder zu fressen, sondern um sich hinter
seinen wolligen Rücken zu verstecken. 471. G... | 2,577 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_448 | 374 |
7207-8-8 | Gutenberg | 9,991 | Die Macht, welche in der
Einheit der Volksempfindung, in gleichen Meinungen und Zielen für
Alle, liegt, wird durch die Religion beschützt und besiegelt,
jene seltenen Fälle abgerechnet, wo eine Priesterschaft mit der
Staatsgewalt sich über den Preis nicht einigen kann und in Kampf
tritt. Für gewöhnlich wird der Staat s... | 2,683 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_449 | 386 |
7207-8-8 | Gutenberg | 9,991 | Der Anblick des Streites, die
feindselige Bloslegung aller Schwächen religiöser Bekenntnisse lässt
endlich keinen Ausweg mehr zu, als dass jeder Bessere und Begabtere
die Irreligiosität zu seiner Privatsache macht: als welche Gesinnung
nun auch in dem Geiste der regierenden Personen die Ueberhand
bekommt und, fast wide... | 2,533 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_450 | 365 |
7207-8-8 | Gutenberg | 9,991 | Niemand fühlt eine andere Verpflichtung gegen
ein Gesetz mehr, als die, sich augenblicklich der Gewalt, welche ein
Gesetz einbrachte, zu beugen: sofort geht man aber daran, es durch
eine neue Gewalt, eine neu zu bildende Majorität zu unterminiren. Zuletzt - man kann es mit Sicherheit aussprechen - muss das Misstrauen
g... | 2,570 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_451 | 379 |
7207-8-8 | Gutenberg | 9,991 | Wie manche organisirende Gewalt hat
die Menschheit schon absterben sehen, - zum Beispiel die der
Geschlechtsgenossenschaft, als welche Jahrtausende lang viel mächtiger
war, als die Gewalt der Familie, ja längst, bevor diese bestand, schon
waltete und ordnete. Wir selber sehen den bedeutenden Rechts- und
Machtgedanken d... | 2,642 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_452 | 387 |
7207-8-8 | Gutenberg | 9,991 | Desshalb
bereitet er sich im Stillen zu Schreckensherrschaften vor und treibt
den halb gebildeten Massen das Wort "Gerechtigkeit" wie einen Nagel in
den Kopf, um sie ihres Verstandes völlig zu berauben (nachdem dieser
Verstand schon durch die Halbbildung sehr gelitten hat) und ihnen
für das böse Spiel, das sie spielen ... | 2,563 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_453 | 377 |
7207-8-8 | Gutenberg | 9,991 | Diesem Ziele wirkt jetzt
bewusst oder unbewusst die Abschliessung der Nationen durch Erzeugung
nationaler Feindseligkeiten entgegen, aber langsam geht der Gang jener
Mischung dennoch vorwärts, trotz jener zeitweiligen Gegenströmungen:
dieser künstliche Nationalismus ist übrigens so gefährlich wie der
künstliche Katholi... | 2,536 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_454 | 355 |
7207-8-8 | Gutenberg | 9,991 | Ueberdiess: in den dunkelsten Zeiten
des Mittelalters, als sich die asiatische Wolkenschicht schwer
über Europa gelagert hatte, waren es jüdische Freidenker, Gelehrte
und Aerzte, welche das Banner der Aufklärung und der geistigen
Unabhängigkeit unter dem härtesten persönlichen Zwange festhielten und
Europa gegen Asien ... | 2,139 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_455 | 295 |
7207-8-8 | Gutenberg | 9,991 | Einstweilen kennen wir keine anderen Mittel, wodurch mattwerdenden
Völkern jene rauhe Energie des Feldlagers, jener tiefe unpersönliche
Hass, jene Mörder-Kaltblütigkeit mit gutem Gewissen, jene gemeinsame
organisirende Gluth in der Vernichtung des Feindes, jene stolze
Gleichgültigkeit gegen grosse Verluste, gegen das e... | 2,702 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_456 | 388 |
7207-8-8 | Gutenberg | 9,991 | - Der Reichthum erzeugt
nothwendig eine Aristokratie der Rasse, denn er gestattet die
schönsten Weiber zu wählen, die besten Lehrer zu besolden, er gönnt
dem Menschen Reinlichkeit, Zeit zu körperlichen Uebungen und vor Allem
Abwendung von verdumpfender körperlicher Arbeit. Soweit verschafft er
alle Bedingungen, um, in ... | 2,519 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_457 | 368 |
7207-8-8 | Gutenberg | 9,991 | - Lebt als höhere Menschen und thut immerfort
die Thaten der höheren Cultur, - so gesteht euch Alles, was da lebt,
euer Recht zu, und die Ordnung der Gesellschaft, deren Spitze ihr
seid, ist gegen jeden bösen Blick und Griff gefeit! 481. Grosse Politik und ihre Einbussen. - Ebenso wie ein Volk die grössten
Einbussen, w... | 2,720 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_458 | 394 |
7207-8-8 | Gutenberg | 9,991 | - Oeffentliche Meinungen - private Faulheiten. Neuntes Hauptstück. Der Mensch mit sich allein. 483. Feinde der Wahrheit. - Ueberzeugungen sind gefährlichere Feinde der
Wahrheit, als Lügen. 484. Verkehrte Welt. - Man kritisirt einen Denker schärfer, wenn er einen
uns unangenehmen Satz hinstellt; und doch wäre es vemünft... | 2,601 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_459 | 396 |
7207-8-8 | Gutenberg | 9,991 | - Viele sind hartnäckig in Bezug auf den einmal
eingeschlagenen Weg, Wenige in Bezug auf das Ziel. 495. Das Empörende an einer individuellen Lebensart. - Alle sehr
individuellen Maassregeln des Lebens bringen die Menschen gegen Den,
der sie ergreift, auf; sie fühlen sich durch die aussergewöhnliche
Behandlung, welche j... | 2,411 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_460 | 373 |
7207-8-8 | Gutenberg | 9,991 | - In civilisirten Verhältnissen fühlt
sich Jeder jedem Anderen in Einer Sache wenigstens überlegen: darauf
beruht das allgemeine Wohlwollen, insofern Jeder einer ist, der unter
Umständen helfen kann und desshalb sich ohne Scham helfen lassen darf. 510. Trostgründe. - Bei einem Todesfall braucht man zumeist Trostgründe,... | 2,350 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_461 | 376 |
7207-8-8 | Gutenberg | 9,991 | Nur darauf kommt es an, dass Einer die Richtung angiebt,
welcher dann so viele Zuflüsse folgen müssen; nicht darauf, ob er von
Anbeginn arm oder reich begabt ist. 522. Schwaches Gewissen. - Menschen, welche von ihrer Bedeutung für
die Menschheit sprechen, haben in Bezug auf gemeine bürgerliche
Rechtlichkeit im Halten v... | 2,596 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_462 | 399 |
7207-8-8 | Gutenberg | 9,991 | 535. Phantasie der Angst. - Die Phantasie der Angst ist jener böse äffische
Kobold, der dem Menschen gerade dann noch auf den Rücken springt, wenn
er schon am schwersten zu tragen hat. 536. Werth abgeschmackter Gegner. - Man bleibt mitunter einer Sache nur
desshalb treu, weil ihre Gegner nicht aufhören, abgeschmackt zu... | 2,567 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_463 | 399 |
7207-8-8 | Gutenberg | 9,991 | - Die Verachtung durch Andere ist dem Menschen
empfindlicher, als die durch sich selbst. 550. Schnur der Dankbarkeit. - Es giebt sclavische Seelen, welche die
Erkenntlichkeit für erwiesene Wohlthaten so weit treiben, dass sie
sich mit der Schnur der Dankbarkeit selbst erdrosseln. 551. Kunstgriff des Propheten. - Um die... | 2,583 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_464 | 398 |
7207-8-8 | Gutenberg | 9,991 | - Man ist am Meisten in Gefahr, überfahren zu werden, wenn
man eben einem Wagen ausgewichen ist. 565. Je nach der Stimme die Rolle. - Wer gezwungen ist, lauter zu reden,
als er gewohnt ist (etwa vor einem Halb-Tauben oder vor einem grossen
Auditorium), übertreibt gewöhnlich die Dinge, welche er mitzutheilen
hat. - Manc... | 2,528 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_465 | 396 |
7207-8-8 | Gutenberg | 9,991 | Den Erben gelten lassen. - Wer etwas Grosses in selbstloser Gesinnung
begründet hat, sorgt dafür, sich Erben zu erziehen. Es ist das Zeichen
einer tyrannischen und unedlen Natur, in allen möglichen Erben seines
Werkes seine Gegner zu sehen und gegen sie im Stande der Nothwehr zu
leben. 578. Halbwissen. - Das Halbwissen... | 2,445 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_466 | 379 |
7207-8-8 | Gutenberg | 9,991 | Die Liebe, der Frühling, jede schöne Melodie, das
Gebirge, der Mond, das Meer - Alles redet nur einmal ganz zum Herzen:
wenn es überhaupt je ganz zu Worte kommt. Denn viele Menschen haben
jene Momente gar nicht und sind selber Intervalle und Pausen in der
Symphonie des wirklichen Lebens. 587. Angreifen oder eingreifen.... | 2,514 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_467 | 379 |
7207-8-8 | Gutenberg | 9,991 | - Dicht neben dem Wehe der Welt, und oft auf
seinem vulcanischen Boden, hat der Mensch seine kleinen Gärten des
Glückes angelegt; ob man das Leben mit dem Blicke Dessen betrachtet,
der vom Dasein Erkenntniss allein will, oder Dessen, der sich ergiebt
und resignirt, oder Dessen, der an der überwundenen Schwierigkeit sic... | 2,432 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_468 | 381 |
7207-8-9 | Gutenberg | 7,550 | Indem er die Leidenschaft auf seine Seite zieht,
will er den Verstand und dessen Zweifel betäuben: so gewinnt er das
gute Gewissen und mit ihm den Erfolg bei den Mitmenschen. 598. Kunstgriff des Entsagenden. - Wer gegen die Ehe protestirt nach
Art der katholischen Priester wird diese nach ihrer niedrigsten,
gemeinsten ... | 2,394 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_469 | 373 |
7207-8-9 | Gutenberg | 7,550 | - Man muss lieben lernen, gütig sein lernen, und diess
von Jugend auf; wenn Erziehung und Zufall uns keine Gelegenheit zur
Uebung dieser Empfindungen geben, so wird unsere Seele trocken und
selbst zu einem Verständnisse jener zarten Erfindungen liebevoller
Menschen ungeeignet. Ebenso muss der Hass gelernt und genährt w... | 2,434 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_470 | 372 |
7207-8-9 | Gutenberg | 7,550 | - Wenn wir, wie so häufig, unsern
Unmuth an Anderen auslassen, während wir ihn eigentlich über uns
empfinden, erstreben wir im Grunde eine Umnebelung und Täuschung
unseres Urtheils: wir wollen diesen Unmuth a posteriori motiviren
durch die Versehen, Mängel der Anderen und uns selber so aus den Augen
verlieren. - Die re... | 2,529 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_471 | 383 |
7207-8-9 | Gutenberg | 7,550 | - Das Bedürfniss zwingt uns zur Arbeit, mit
deren Ertrage das Bedürfniss gestillt wird; das immer neue Erwachen
der Bedürfnisse gewöhnt uns an die Arbeit. In den Pausen aber,
in welchen die Bedürfnisse gestillt sind und gleichsam schlafen,
überfällt uns die Langeweile. Was ist diese? Es ist die Gewöhnung
an Arbeit über... | 2,255 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_472 | 336 |
7207-8-9 | Gutenberg | 7,550 | - Der Ton, indem Jünglinge reden, loben,
tadeln, dichten, missfällt dem Aelter gewordenen, weil er zu laut ist
und zwar zugleich dumpf und undeutlich wie der Ton in einem Gewölbe,
der durch die Leerheit eine solche Schallkraft bekommt; denn das
Meiste, was Jünglinge denken, ist nicht aus der Fülle ihrer eigenen
Natur h... | 2,238 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_473 | 326 |
7207-8-9 | Gutenberg | 7,550 | - Wenn ein grosser Denker zeitweilig
hypochondrischen Selbstquälereien unterworfen ist, so mag er sich
zum Troste sagen: "es ist deine eigene grosse Kraft, von der dieser
Parasit sich nährt und wächst; wäre sie geringer, so würdest du
weniger zu leiden haben." Ebenso mag der Staatsmann sprechen, wenn
Eifersucht und Rac... | 2,587 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_474 | 394 |
7207-8-9 | Gutenberg | 7,550 | - Die grosse Aufopferung wird, im Falle der Wahl, einer
kleinen Aufopferung vorgezogen: weil wir für die grosse uns durch
Selbstbewunderung entschädigen, was uns bei der kleinen nicht möglich
ist. 621. Liebe als Kunstgriff. - Wer etwas Neues wirklich kennen lernen will
(sei es ein Mensch, ein Ereigniss, ein Buch), der ... | 2,484 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_475 | 384 |
7207-8-9 | Gutenberg | 7,550 | Aber die Menschen selber verkehren
sehr verschieden mit diesem ihrem höheren Selbst und sind häufig ihre
eigenen Schauspieler, insofern sie Das, was sie in jenen Augenblicken
sind, später immer wieder nachmachen. Manche leben in Scheu und Demuth
vor ihrem Ideale und möchten es verleugnen: sie fürchten ihr höheres
Selbs... | 2,299 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_476 | 352 |
7207-8-9 | Gutenberg | 7,550 | Wie
selten trifft man noch auf einen, der so recht friedlich und froh mit
sich auch im Gedränge fortleben kann, zu sich redend wie Goethe: "das
Beste ist die tiefe Stille, in der ich gegen die Welt lebe und wachse,
und gewinne, was sie mir mit Feuer und Schwert nicht nehmen können."
627. Leben und Erleben. - Sieht ma... | 2,540 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_477 | 386 |
7207-8-9 | Gutenberg | 7,550 | -
Weil man Treue geschworen, vielleicht gar einem rein fingirten Wesen,
wie einem Gotte, weil man sein Herz hingegeben hat, einem Fürsten,
einer Partei, einem Weibe, einem priesterlichen Orden, einem Künstler,
einem Denker, im Zustande eines verblendeten Wahnes, welcher
Entzückung über uns legte und jene Wesen als jede... | 2,436 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_478 | 368 |
7207-8-9 | Gutenberg | 7,550 | Dieser Glaube setzt also
voraus, dass es unbedingte Wahrheiten gebe; ebenfalls, dass jene
vollkommenen Methoden gefunden seien, um zu ihnen zu gelangen;
endlich, dass jeder, der Ueberzeugungen habe, sich dieser vollkommenen
Methoden bediene. Alle drei Aufstellungen beweisen sofort, dass der
Mensch der Ueberzeugungen ni... | 2,667 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_479 | 386 |
7207-8-9 | Gutenberg | 7,550 | Aus den Zeiten her, in welchen Menschen daran gewöhnt waren, an
den Besitz der unbedingten Wahrheit zu glauben, stammt ein tiefes
Missbehagen an allen skeptischen und relativistischen Stellungen zu
irgendwelchen Fragen der Erkenntniss; man zieht meistens vor, sich
einer Ueberzeugung, welche Personen von Autorität haben... | 2,539 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_480 | 373 |
7207-8-9 | Gutenberg | 7,550 | Wer jetzt noch, in der
Art der Reformations-Menschen, Meinungen mit Verdächtigungen, mit
Wuthausbrüchen bekämpft und niederwirft, verräth deutlich, dass er
seine Gegner verbrannt haben würde, falls er in anderen Zeiten gelebt
hätte, und dass er zu allen Mitteln der Inquisition seine Zuflucht
genommen haben würde, wenn ... | 2,557 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_481 | 373 |
7207-8-9 | Gutenberg | 7,550 | Im Ganzen sind die wissenschaftlichen Methoden mindestens ein ebenso
wichtiges Ergebniss der Forschung als irgend ein sonstiges Resultat:
denn auf der Einsicht in die Methode beruht der wissenschaftliche
Geist, und alle Resultate der Wissenschaft könnten, wenn jene Methoden
verloren giengen, ein erneutes Ueberhandnehme... | 2,564 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_482 | 372 |
7207-8-9 | Gutenberg | 7,550 | Es giebt freilich auch eine ganz andere Gattung der Genialität, die
der Gerechtigkeit; und ich kann mich durchaus nicht entschliessen,
dieselbe niedriger zu schätzen, als irgend eine philosophische,
politische oder künstlerische Genialität. Ihre Art ist es, mit
herzlichem Unwillen Allem aus dem Wege zu gehen, was das U... | 2,487 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_483 | 393 |
7207-8-9 | Gutenberg | 7,550 | Wohl aber will er zusehen und die Augen
dafür offen haben, was Alles in der Welt eigentlich vorgeht; desshalb
darf er sein Herz nicht allzufest an alles Einzelne anhängen; es muss
in ihm selber etwas Wanderndes sein, das seine Freude an dem Wechsel
und der Vergänglichkeit habe. Freilich werden einem solchen Menschen
bö... | 2,401 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_484 | 378 |
7207-8-9 | Gutenberg | 7,550 | Kein Entschuld'gen! Kein Verzeihen! Gönnt ihr Frohen, Herzens-Freien
Diesem unvernünft'gen Buche
Ohr und Herz und Unterkunft! Glaubt mir, Freunde, nicht zum Fluche
Ward mir meine Unvernunft! Was ich finde, was ich suche -
Stand das je in einem Buche? Ehrt in mir die Narren-Zunft! Lernt aus diesem Narren... | 2,158 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_485 | 359 |
7207-8-9 | Gutenberg | 7,550 | We need your donations more than ever! As of February, 2002, contributions are being solicited from people
and organizations in: Alabama, Alaska, Arkansas, Connecticut,
Delaware, District of Columbia, Florida, Georgia, Hawaii, Illinois,
Indiana, Iowa, Kansas, Kentucky, Louisiana, Maine, Massachusetts,
Michigan, Mississ... | 2,430 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_486 | 395 |
7207-8-9 | Gutenberg | 7,550 | So, among other things, this "Small Print!" statement
disclaims most of our liability to you. It also tells you how
you may distribute copies of this eBook if you want to. *BEFORE!* YOU USE OR READ THIS EBOOK
By using or reading any part of this PROJECT GUTENBERG-tm
eBook, you indicate that you understand, agree to and... | 2,350 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_487 | 385 |
7207-8-9 | Gutenberg | 7,550 | If you discover a Defect in this eBook within 90 days of
receiving it, you can receive a refund of the money (if any)
you paid for it by sending an explanatory note within that
time to the person you received it from. If you received it
on a physical medium, you must return it with your note, and
such person may choose... | 2,531 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_488 | 396 |
6640-0-1 | Gutenberg | 9,983 | If you are not located in the United States, you
will have to check the laws of the country where you are located before
using this eBook. Title: Märchen-Almanach auf das Jahr 1828
Author: Wilhelm Hauff
Release Date: January 9, 2003 [eBook #6640]
[Most recently updated: July 31, 2021]
Language: German
Character set... | 2,381 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_489 | 378 |
6640-0-1 | Gutenberg | 9,983 | Oft gereute es ihn, daß er dem
Zirkelschmied gefolgt war, noch eine Station zu gehen, statt am Eingang
des Waldes über Nacht zu bleiben. „Und wenn ich heute nacht totgeschlagen werde und um Leben und alles
komme, was ich bei mir habe, so ist’s nur deine Schuld, Zirkelschmied;
denn du hast mich in den schrecklichen Wald... | 2,096 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_490 | 346 |
6640-0-1 | Gutenberg | 9,983 | Hat sie nicht
Mutterstelle an mir vertreten und seit meinem zehnten Jahr mich
aufziehen lassen? Hat sie nicht die Lehre für mich bezahlt und Kleider
und alles? Und jetzt, da ich sie besuchen darf und etwas mitbringe von
meiner eigenen Arbeit, das sie beim Meister bestellt hat, jetzt, da ich
ihr an dem schönen Geschmeid... | 2,336 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_491 | 393 |
6640-0-1 | Gutenberg | 9,983 | Man versprach, ihnen Nachtessen und Betten geben zu können; sie traten
ein und legten die schweren Bündel, Stock und Hut in die Ecke und
setzten sich zu dem Herrn am Tische. Dieser richtete sich bei ihrem
Gruße auf, und sie erblickten einen feinen jungen Mann, der ihnen
freundlich für ihren Gruß dankte. „Ihr seid spät ... | 2,147 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_492 | 360 |
6640-0-1 | Gutenberg | 9,983 | Mehrere davon hatten vorher gesagt, sie würden in diesem
Wirtshaus übernachten, und als man nach zwei oder drei Wochen nichts
von ihnen vernahm, ihrem Weg nachforschte und auch hier im Wirtshaus
nachfragte, da soll nun keiner gesehen worden sein; verdächtig ist es
doch.“
„Weiß Gott“, rief der Zirkelschmied, „da handel... | 2,388 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_493 | 378 |
6640-0-1 | Gutenberg | 9,983 | Wißt ihr was? Wie wäre es, wenn wir uns etwas
erzählten? Lustig oder ernsthaft, wahr oder erdacht, es hält doch wach
und vertreibt die Zeit so gut wie Kartenspiel.“
„Ich bin’s zufrieden, wenn Ihr anfangen wolltet“, sagte der junge Herr
lächelnd. „Ihr Herren vom Handwerk kommt in allen Ländern herum und
könnet schon et... | 2,430 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_494 | 390 |
6640-0-1 | Gutenberg | 9,983 | Nun lebte vor vielen hundert Jahren, ich glaube, das
Schießpulver war noch nicht einmal erfunden, auf dieser Feste ein
Zollern, der von Natur ein sonderbarer Mensch war. Man konnte nicht
sagen, daß er seine Untertanen hart gedrückt oder mit seinen Nachbarn
in Fehde gelebt hätte, aber dennoch traute ihm niemand über den... | 2,388 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_495 | 389 |
6640-0-1 | Gutenberg | 9,983 | Drei
Jahre lang vergingen, und der Graf von Zollern sah seinen Sohn nur alle
Sonntage nach Tische, wo er ihm von der Amme dargereicht wurde. Er
blickte ihn dann unverwandt an, brummte etwas in den Bart und gab ihn
der Amme zurück. Als jedoch der Kleine „Vater“ sagen konnte, schenkte
der Graf der Amme einen Gulden—dem K... | 2,052 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_496 | 345 |
6640-0-1 | Gutenberg | 9,983 | „Heult der Junge
beim ersten Ritt; schweig oder—“ Doch den Augenblick, als er mit einem
Fluche sein Söhnlein aufmuntern wollte, bäumte sich sein Roß; der Zügel
des andern entfiel seiner Hand, er arbeitete sich ab, Meister seines
Tieres zu werden, und als er es zur Ruhe gebracht hatte und sich
ängstlich nach seinem Kind... | 1,911 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_497 | 321 |
6640-0-1 | Gutenberg | 9,983 | „Schnell das Kind her, oder ich hetze die Hunde auf dich!“
„So? Bin ich keinen Hirschgulden wert“, antwortete jene mit höhnischem
Lächeln, „na, man wird ja sehen, was von Eurem Erbe einen Hirschgulden
wert ist; aber da, die Pfennige behaltet für Euch!“ Indem sie dies
sagte, warf sie die drei kleinen Kupferstücke dem G... | 2,203 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_498 | 361 |
6640-0-1 | Gutenberg | 9,983 | Von jetzt an wandte sich der Sinn des Grafen nur noch mehr von dem
Kleinen ab; er gab ihn seiner Amme und dem Hauskaplan zur Erziehung und
sah nicht viel nach ihm um, besonders, da er bald darauf wieder ein
reiches Fräulein heiratete, die ihm nach Jahresfrist Zwillinge, zwei
junge Gräflein, schenkte. Kunos liebster Spa... | 2,087 | gutenberg_chunkingprocessed_de-00000-of-00003-f8e581c008ccc7f2_499 | 343 |
Subsets and Splits
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